Das Institut

Das Institut für die Figur des Dritten wurde im Mai 2012 gegründet, um einen gedanklichen und physischen Raum zu eröffnen - ein Raum, der Kunst, ästhetische Praxis, Geistes-, Kultur- und Naturwissenschaften miteinander denkbar und praktizierbar macht.

Kunst als Theorie, Philosophie als Aktivismus, die Ästhetik des politischen sind mögliche Verknüpfungsfelder die sich von einer klar voneinander abgetrennten Ordung der Disziplinen und Formen distanzieren. Hierbei geht es nicht um Willkür oder das Auflösen aller Grenzen, sondern um eine aktive Durchquerungs- und Verschiebsmöglichkeit in bestehenden Macht und Normierungsrelationen.

Felder in denen sich Subjekte bewegen und aus denen heraus sie konstituiert werden - Geschlecht, Psychologie, Medizin, Staatsanghörigkeit, Re-präsentation in Kunst, Kultur und Medien - machen deutlich, wie scheinbar voneinander entfernte Diskurse eng miteinander in Bezug stehen: Der Wunsch nach einer kritschen Reflexion von Zusammnenhängen (Ökonomie, postkolonialer Theorie, Geschlechter und Arbeitsverhältnisse, Re-präsentation, Philosophie und politischem Handeln) bilden die Basis der Institutsgründung.

Das Institut für die Figur des Dritten will den/die/das Dritte als Figur im Denken und Handeln fördern und fordern.

Das Dritte in dieser Figur ist nicht drei, und will auch nicht das Dritte als Anderes im Sinne einer Abweichung von der Norm der Zwei regulieren. Vielmehr bildet die Figur in ihrer omnipotenten Erweiterbarkeit eine Klammer, in der Grenzen sichtbar werden sollen, um diese verschiebbar zu machen. Das Dritte ist nicht gegen den Einen oder die Zwei, das Dritte steht nicht für A und B, nicht A oder B, sondern A_B oder A als B. Die Lücke markiert eine Leerstelle, ein Dazwischen, den Raum, in dem etwas entsteht.

Der Begriff >Figur<

bildet zugleich die Leerstelle und Verbindung um den/die/das Dritte greifbar/denkbar zu machen, ohne es eindeutig festzuschreiben.
Das Institut funktioniert als eine leere Form , die an einer kontinuierlichen Prozesshaftigkeit interessiert ist, und grenzt sich damit zur Idee der Institution ab. Eine Form der Leere meint dabei weder Wahlosigkeit noch Beliebigkeit, sondern ist im Sinne eines Hohlraums zu denken, der an eine Idee des kollektiven Handelns geknüpft und divers gefüllt werden kann.

Das Institut der Figur des Dritten richtet sich an Menschen, die ein Interesse daran haben, verschiedene Denk- und Handlungspraxen zusammen zu bringen. Das Nachdenken, Suchen und Forschen im Sinne einer Figur des Dritten wird somit unausweichlich.